Häufige Fragen

Sind Fußeingriffe immer nötig oder kann man auch ohne Operation die Beschwerden verbessern?

Der Großteil an Fußproblemen bzw. –schmerzen lässt sich glücklicherweise ohne Operation zumindest deutlich bessern. Zudem gelten einige Fußprobleme sogar als Domäne der nicht-operativen Therapie, wie z.B. der Fersensporn. An meinen Kliniken besteht eine intensive Zusammenarbeit mit der klinikinternen Orthopädietechnik, wo sämtliche Möglichkeiten der individualisierten Einlagenversorgung und Orthesenbehandlung vorhanden sind. Des Weiteren besteht die Anbindung an eine videogestützte Ganganalyse gepaart mit einer Fußdruckmessung (dynamische Pedobarographie), um selbst geringe dynamische Fehlstellungen zu erkennen. Therapeutisch besteht zudem die Möglichkeit durch Injektions-Verfahren mit PRP (Platelet-rich Plasma) oder Hyaluronsäure auch externe Verfahren wie Stoßwellentherapie oder Magnetfeldtherapie zu nutzen. 

    

Sind bei Fußeingriffen häufig Versteifungen nötig?

Wurden früher viel häufiger Versteifungen durchgeführt um den Fuß aufzurichten, so versucht man heute möglichst darauf zu verzichten, wenngleich dies nicht immer möglich ist. Fakt ist, jedes Gelenk am Fuß hat eine Funktion und ich versuche durch moderne OP-Verfahren auch jedes funktionsfähige Gelenk zu erhalten.

Wie ist die Therapie bei einer Arthrose am oberen Sprunggelenk?

Es gibt zahlreiche Arten der Arthrose am Sprunggelenk und dementsprechend auch für jede Art eine spezielle Therapie. In frühen Stadien kann durch eine Einlagenversorgung meist gut geholfen werden. Ist diese nicht mehr zielführend, kann das Gelenk meist gut erhalten werden, indem Stimulationsverfahren am Knorpel durchgeführt werden. Bei asymmetrischen Gelenkschäden, kann durch Umstellungsoperationen am Unterschenkel oder der Ferse der intakte Gelenkbereich in die Belastungszone geschwenkt werden und dadurch das Gelenk meist noch viele Jahre erhalten werden. Besteht schließlich ein endgradiger Schaden kann alternativ zur Versteifung die Implantation einer Prothese erfolgen und dadurch die Beweglichkeit erhalten bleiben.

Wie sieht die Nachbehandlung nach einer Hallux-Operation aus?

Die Nachbehandlung richtet sich hauptsächlich nach Art der Operation und der verwendeten Schrauben, der Knochenqualität und Präferenz des Operateurs. Im Allgemeinen muss ein Patient mit einem speziellen orthopädischen Schuh (Verbandsschuh) für sechs Wochen postoperativ rechnen, häufig ist eine Vollbelastung der Ferse möglich. Beim Verbandsschuh handelt es sich um einen Schuh mit steifer Sohle welcher lediglich ein Aufsetzen, nicht aber ein Abrollen des operierten Fußes ermöglicht. Ein sog. Vorfußentlastungsschuh, wobei die Last lediglich über die Ferse übertragen wird, kann bei unsachgemäßer Verwendung sogar kontraproduktiv wirken und wird von mir nicht empfohlen.

Eine konsequente Redressierung des erzielten Korrekturergebnisses, initial mittels spezieller Verbandstechnik (siehe Download-Bereich) und nach Abschluss der Wundheilung durch Bandagen, muss für 6-12 Wochen durchgeführt werden, um ein Wiederkehren der Fehlstellung zu verhindern. Aktive und passive Bewegungsübungen des Großzehengrundgelenks sind bei gelenkerhaltenden Eingriffen essentiell, um eine ausreichende Funktion zu erhalten. Lymphdrainage und eine konsequente Schonung der operierten Extremität wird für drei Wochen postoperativ empfohlen, um persistierende Schwellungen zu vermeiden.

Wann kann man nach einer Hallux-Operation wieder Autofahren?

Die Rechtsprechung ist sich hierbei nicht einig! Grundsätzlich ist das Autofahren mit Gehstützen bzw. einem Verbandsschuh im PKW, v.a. versicherungsrechtlich, nicht zu raten. Da nach Hallux-Operation nach ca. 6 Wochen der Verbandsschuh abgelegt werden kann, sollte auch erst dann wieder der PKW genutzt werden. Wird bei vorhandenem Automatikgetriebe und operierten linken Fuß bereits vor den 6 Wochen ein PKW geführt, so ist dies technisch meist problemlos möglich, aus genannten Gründen jedoch ebenfalls nicht zu raten.

Was ist der Vorteil eines minimal-invasiven Eingriffes am Fuß gegenüber eines offenen Verfahrens?

Der Fuß ist das am weitesten peripher gelegene Organ des menschlichen Körpers. Dies mag mit ein Grund dafür sein, warum Wundheilungsstörungen bei Fußeingriffen im Vergleich zu Eingriffen an der Hüfte und am Knie häufiger vorkommen. Durch eine weichteilschonende, minimal-invasive Operation sind Wundheilungsstörungen im Vergleich zu offenen Operationen deutlich seltener vorhanden. Des Weiteren fällt auf, dass sich Patienten nach minimal-invasiven Operationen deutlich schneller erholen und weniger Schmerzen haben. 

Müssen eingebrachte Schrauben oder Platten nach Fußeingriffen immer entfernt werden?

Nein. Sämtliche Platten bzw. Schrauben, welche in unserer Klinik verwendet werden, bestehen entweder aus Titan und selten auch aus medizinischem Stahl. Beides muss nicht routinemäßig entfernt werden.

Sind Fußeingriffe sehr schmerzhaft?

Ich verfolge neben dem optimalen chirurgischen Ergebnis am Fuß auch das Ziel möglichst geringer Schmerzen nach der Operation. Durch schonende OP-Techniken und ein routinemäßig injiziertes lokales Betäubungsmittel im Bereich des Operationsgebietes erreiche ich eine sehr hohe Patientenzufriedenheit. Zudem führe ich praktisch sämtliche Fußeingriffe stationär durch, weshalb durch hoch wirksame Schmerzmittel praktisch alle Möglichkeiten bestehen, den Patienten nach der Operation sehr schmerzarm zu führen.

Wann bin ich nach meiner Fußoperation wieder arbeitsfähig bzw. sportfähig?

Dies hängt ganz wesentlich von der Art des Eingriffes ab. Grob geschätzt kann aber davon ausgegangen werden, immer unter der Annahme eines regulären Verlaufes, dass nach einem Vorfußeingriff nach 6 Wochen eine körperlich wenig anstrengende Tätigkeit wieder aufgenommen werden kann. Sportfähigkeit für Joggen oder ähnliches besteht meist erst nach 3 Monaten. Rückfußeingriffe, wie z.B. die Therapie bei Plattfuß, sind wesentlich aufwendiger und benötigen Gehstützen für ca. 3 Monate. Hierbei ist meist erst nach 4-6 Monaten mit einer Sportfähigkeit zu rechnen. Auch bei Eingriffen an der Ferse (z.B. Haglund-Ferse) ist meist mit 4-6 Monaten zu rechnen, bis der Patient durch die Operation deutlich profitiert. 

Gibt es Alternativen zu den herkömmlichen Gehstützen wenn nach einer Fußoperation für längere Zeit der Fuß entlastet werden muss?
Sinnvolle Alternativen sind der "Knie-Rollator" (links) bzw. der "iWalk 2.0" (rechts). Beide können meist kostengünstiger in Internet erworben werden (und anschließend wieder verkauft werden) als über Sanitätshäuser.